Passives Einkommen aufbauen – meine besten 7 Methoden

Seitdem ich zum ersten Mal das Buch „Die 4-Stunden-Woche“ gelesen habe, bin ich fasziniert von der Idee, mir ein passives Einkommen aufzubauen. Freiheit war für mich schon immer ein wichtiger Wert und ich war vor allem inspiriert von der Idee, ortsunabhängig als digitaler Nomade leben zu können. Darüber hinaus wollte ich die Freiheit haben, an den Projekten zu arbeiten, die mir wirklich Spaß machen und nicht gezwungen sein, irgendeinen Job zu machen, nur um Geld zu verdienen.

In dem Jahr 2015 habe ich mich in den Bereichen Content-Marketing, SEO und Affiliate-Marketing selbstständig gemacht und viele Methoden getestet. Mittlerweile habe ich mir in den letzten 9 Jahren 7 unterschiedliche passive Einkommensströme aufgebaut.

Die meiner Erfahrung nach besten Methoden für passives Einkommen stelle ich in diesem Artikel vor. Außerdem erfährst du am Ende, wie ich aktuell starten würde, wenn ich noch einmal von ganz von vorne anfangen müsste. 

Wichtig ist bei dem Thema zu beachten, dass ich passives Einkommen nicht so definiere, dass man garnichts tun muss. Die Grundregel für den Aufbau besteht darin, dass zunächst viel Zeit oder Geld investiert werden muss. 

Leider hat das Wort passives Einkommen in den letzten Jahren einen sehr schlechten Ruf bekommen, da auf Plattformen wie Facebook und Instagram unseriöse Online Kurse und Schnee-Ball-Systeme beworben wurden, die sehr unrealistische Versprechungen enthielten.

Wenn dir z. B. jemand erzählt, man könne ohne viel Aufwand und ohne Vorkenntnisse garantierte Renditen erhalten, dann kannst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um Betrug handelt und diese Person lediglich einen teuren Online Kurs verkaufen möchte.

Blogging/ Nischenseiten

Da ich zunächst kein signifikantes Startkapital hatte, habe ich nach einer Methode gesucht, mit einem größeren Zeitinvestment ein passives Einkommen aufzubauen.

Durch den Blog von Peer Wandinger „Selbstständig-im-Netz.de“ (der mittlerweile unter der Adresse „Trending.de“ zu finden ist), bin ich im Jahr auf die Erstellung von Nischenseiten gestoßen. Hierbei erstellt man eine Webseite zu einem speziellen Nischenthema und monetarisiert diese dann über Affiliate-Marketing, Display-Ads oder VG-Wort

Da diese Seiten Besucher hauptsächlich über SEO-Maßnahmen, als über Suchmaschinen wie Google, erhalten, wird das Einkommen von diesen Seiten nach der Erstellung mehr oder weniger „passiv“.

Da ich Geographie studiert habe, habe ich damals beispielsweise die Webseite Geographiestudium.com erstellt und dort Tipps für Studenten gegeben. Die Webseite existiert bis heute und generiert mir immer noch ein kleines Nebeneinkommen. Hierfür muss ich sie nur alle 6 bis 12 Monate updaten.

Mittlerweile habe ich mir über 20 kleine Nischenseiten aufgebaut, die mir größtenteils auch heute noch ein passives Einkommen generieren. Eine ausführlichen Anleitung, wie ich bei dem Aufbau so einer Webseite vorgehe, habe ich in diesem Artikel erstellt. 

Affiliate-Marketing

Beim Affiliate-Marketing empfiehlt man Produkte, die man selber nutzt oder von denen man überzeugt ist, mit einem Affiliate-Link. Bei meiner Webseite Geographiestudium.com habe ich mich z. B. bei dem Affiliate-Programm von Amazon angemeldet und dann die meiner Meinung nach besten Bücher zu dem Thema verlinkt. 

Auf meiner persönlichen Webseite hier nutze ich ebenfalls häufig Affiliate-Marketing. Z. B. habe ich Testberichte zu meinen Office-Produkten erstellt, die mir helfen, produktiver oder ergonomischer zu arbeiten.

Einige Beispiele hierfür sind:

Einen ausführlichen Ratgeber, wie ich beim Affiliate Marketing vorgehe, habe ich in diesem Buch erstellt.

Display Anzeigen

Weiterhin lassen sich Display-Anzeigen in die Webseite einbinden. Hierbei werden dem Besucher der Webseite automatisch Anzeigen ausgespielt. Dies lohnt sich vor allem, wenn man viele Besucher auf der Webseite und sich die Inhalte nicht gut über Affiliate-Marketing monetarisieren lassen. Beliebte Anbieter hierfür sind „Google-Adsense“ oder „Mediavine“.

Beispiel für Display-Werbung von Google-Adsense auf meiner Geographie-Webseite

VG-Wort

Eine weniger bekannte Methode für die Generierung von passivem Einkommen von Webseiten ist die VG-Wort. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Verwertungsgesellschafft, die Urhebern von Texten jährlich einen bestimmten Betrag zahlt, wenn der Text mindestens 1.500 Mal gelesen wurde.

Eine ausführliche Beschreibung, wie man mit der VG-Wort ein passives Einkommen aufbaut, habe ich in diesem Artikel erstellt.  

Youtube-Videos

Parallel zu meinen Nischenseiten habe ich damals angefangen, passende Youtube-Kanäle für die Seiten zu erstellen. Zu der Zeit konnte man die Videos noch direkt für die Monetarisierung freischalten, sodass man einen Teil der Werbeeinnahmen von den Werbespots innerhalb der Videos erhält. Aktuell benötigt man hierfür mindestens 1.000 Abonnenten.

Neben den Einnahmen von direkter Youtube-Werbung kann man jedoch auch kleinere Kanäle oft gut mit Affiliate-Marketing monetarisieren. Außerdem kann man unter den Videos passende Blogartikel verlinken, die dann wiederum passive Einnahmen generieren können.

Beispielsweise verlinke ich unter meinen Videos zu den Themen Aktien, ETFs und Krypto immer meine Lieblingsbroker, die ich für Investitionen nutze und aktuell empfehlen würde. 

Beispiel für Affiliate-Links unter meinen Youtube-Videos

Aktien/ ETFs

Für Leute, die schon etwas Geld angespart haben, sind Aktien und ETFs eine gute Methode, um passives Einkommen aufzubauen. Bei der Dividendenstrategie investiert man in Aktien und ETFs, die eine hohe Dividende ausschütten und möglichst dafür bekannt sind, dass sie diese regelmäßig steigern. 

Wer z. B. 1.000 Euro in die Procter & Gamble Aktie investiert, erhält darauf aktuell eine Dividenden-Ausschüttung von ungefähr 25 Euro pro Jahr. Diese Aktie ist meiner Meinung nach sehr interessant, um ein passives Einkommen aufzubauen, da sie mittlerweile seit 67 Jahren die Dividende leicht erhöht. 

Dividendenhistorie von Procter & Gamble (P&G)

Wenn man sich nicht mit einzelnen Aktien beschäftigen möchte, ist eine ETF mit einer hohen Ausschüttungsquote eine weitere Möglichkeit für passives Einkommen. Der ETF investiert automatisiert, basierend auf einem Algorithmus in unterschiedliche Unternehmen mit einer hohen Dividende. 

Hierbei sollte man unbedingt darauf achten, dass der ETF eine nachhaltige Strategie hat und nicht mit einer hohen Wahrscheinlichkeit langfristig an Wert verliert. Sehr vorsichtig wäre ich beispielsweise, wenn der ETF mehr als 4 Prozent des Anlagevolumens ausschüttet. Dies ist oft ein Hinweis darauf, dass die Dividendenausschüttungen der Unternehmen an der Substanz zehren und diese nicht mehr nachhaltig wachsen.

Staking von Krypto

Eine weitere Methode für passives Einkommen, die ich in den letzten Jahren getestet habe, ist das Staking von Kryptowährungen. Einige Kryptowährungen wie Ethereum, Polkadot, Cardano oder Polygon basieren auf einem sogenannte „Proof of Stake“- Algorithmus. Hierbei werden Nutzer belohnt, wenn sie die Kryptowährung für einen bestimmten Zeitraum der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. 

Dieser Mechanismus hat den Vorteil, dass deutlich weniger Energie verbraucht wird, als Kryptowährungen, die auf einem „Proof-of-Work-Algorithmus“ basieren. Dies ist beispielsweise bei Bitcoin der Fall, wo mathematische Probleme gelöst werden müssen, was viel Energie benötigt.

Um ein passives Einkommen über Kryptowährungen zu generieren, ist es also zunächst notwendig, eine Kryptowährung wie Polygon zu kaufen, die das Proof-of-Stake-Verfahren unterstützt. Daraufhin kann man diese über eine Kryptobörse wie Coinbase staken lassen und erhält dann je nach Kryptowährungen ein passives Einkommen von 2 bis 10 Prozent der gestakten Kryptowährung. Alternativ können die Kryptowährungen auch auf einer Hardware-Wallet wie einem Ledger gestakt werden.

Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Kryptowährungen dann für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr zur Verfügung stehen. Außerdem ist das Konzept von Staking aktuell noch sehr neu, sodass es Unsicherheiten gibt, wie es steuerlich behandelt wird. 

Darüber hinaus bin ich immer sehr skeptisch, wenn eine Kryptowährung außergewöhnlich hohe Staking-Rewards von über 10 % anbietet. In diesem Fall sind die Projekte normalerweise nicht nachhaltig und verlieren über die Zeit stark an Wert. 

Zinsen/ Geldmarktfonds

In den Phasen von hohen Zinsen kann es wieder attraktiv sein, Geld auf dem Sparkonto zu lassen. Der Anbieter Trade Republic wirbt z. B. aktuell damit, dass sie den Leitzins der EZB direkt an die Kunden weitergeben. Aktuell liegt dieser bei 3,75 %. Andere Anbieter wie Scalable Capital bietet Neukunden 4 % Zinsen für die ersten 4 Monate an. Auch die C24-Bank ist aktuell mit 3 Prozent Zinsen vergleichsweise attraktiv. 

Im letzten Jahr habe ich Konten bei 3 unterschiedlichen Banken eröffnet, um immer den höchsten Zinssatz zu erhalten. Mittlerweile habe ich jedoch herausgefunden, dass es einen deutlich einfacheren Weg gibt, um immer die aktuellen Zinsen zu erhalten: Geldmarktfonds. 

Ein Geldmarktfonds ist ein sicherer und kurzfristiger Investmentfonds, der in sehr sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Unternehmenspapiere investiert. Er lässt sich jederzeit verkaufen und kostet eine geringe jährliche Gebühr.

Beispielsweise investiere ich bei meinem Broker Scalable Capital aktuell in den „Lyxor Smart Overnight Return EUR“ Fonds, der lediglich eine jährliche Gebühr von 0,1 % hat und aktuell etwa 4 Prozent ausschüttet. 

Wichtig ist hierbei zu beachten, dass sich Geldmarktfonds hauptsächlich für das Parken von Geld eignet, dass man in naher Zukunft benötigt. Außerdem sollte man die Höhe der Zinsen im Auge behalten, da sich diese schnell wieder ändern können. Für die langfristige Anlage waren Aktien historisch gesehen immer eine bessere Anlage. Beispielsweise hat eine Investition in einen S&P-500 ETF in den letzten 100 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 10 % generiert. 

Fazit

Passives Einkommen benötigt immer zunächst die Investition von Arbeit, Geld oder einer Kombination aus Beidem. Am Anfang sollte man vor allem mit viel Arbeit starten. Wenn man erst einmal ein Startkapital aufgebaut hat, wird der Aufbau von passivem Einkommen immer einfacher. 

Bei der Investition in Aktien und Kryptowährungen sollte man immer beachten, dass es dabei niemals eine Garantie für passives Einkommen geben kann. Man muss immer ein gewisses Risiko eingehen und je höher das Risiko ist, desto höher ist auch der potenzielle Gewinn. Vor allem bei Aktien ist eine Diversivikation sehr wichtig. Wer sich nicht intensiv mit einzelnen Aktien beschäftigen möchte, sollte hierzu zu einem passenden ETF greifen. 

Wer kein Risiko für den Aufbau von passivem Einkommen eingehen möchte, sollte das Geld bei einer regulierten Bank auf einem Sparkonto mit hohen Zinsen oder einem Geldmarktfonds lagern. Hierbei ist die mögliche Rendite dann allerdings auch deutlich niedriger. 

Wenn ich heute noch einmal mit dem Aufbau von passivem Einkommen mit einem geringen Startkapital anfängen müsste, würde ich vermutlich nicht mehr Nischenseiten aufbauen, da diese aktuell durch diverse Google Updates deutlich weniger Besucher bekommen und dadurch das Potenzial für ein hohes Einkommen sehr viel kleiner ist. 

Stattdessen würde ich mit der Erstellung von Videos für Youtube und TikTok anfangen. Diese Kanäle wachsen aktuell sehr stark und durch die Steigende Popularität von KI wird es immer wichter, als richtiger Mensch im Internet aufzutreten.

Jonas

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